Im Dienst an der Einheit und der Geschwisterlichkeit

Die Fokolar- Bewegung

Die Fokolar-Bewegung ist eine Bewegung von Menschen, die sich für Einheit und Geschwisterlichkeit engagieren. Sie ist 1943 inTrient (Italien) entstanden, inzwischen in 182 Ländern vertreten und wird zu den christlichen Aufbruchsbewegungen des 20. Jahrhunderts gerechnet. Ihre Ursprünge liegen in der katholischen Kirche, doch engagieren sich in der Bewegung inzwischen Christen aller Kirchen. Außerdem fühlen sich ihr Menschen anderer Religionen und nichtreligiöser Weltanschauungen verbunden. Die Schwerpunkte der Fokolar Bewegung liegen deshalb sowohl im gesellschaftlich sozialen, als auch im kirchlich-religiösen Bereich.

Das Leben aus der Heiligen Schrift ist Quelle und Grundpfeiler der Spiritualität der Fokolar-Bewegung.Sie ist auf Gemeinschaft ausgerichtet und sucht immer den Bezug zum täglichen Leben.

Das erste Engagement von Angehörigen der Fokolar-Bewegung liegt im persönlichen Umfeld. Sie fühlen sich gerufen, sich gerade dort zu engagieren, wo Trennung, Spannung oder Brüche das Zusammenleben schwierig machen. Ihr Handeln orientieren sie primär am Gebot der Nächstenliebe des Evangeliums und sind besonders sensibel für Spannungsfelder in Kirche und Gesellschaft.

Auf diesem Hintergrund ist eine große Bandbreite von Initiativen entstanden: im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit, der Familienarbeit, in der Arbeit für ausgegrenzte und benachteiligte Menschen, in der Flüchtlingsarbeit, im ökumenischen und interreligiösen Miteinander. Christen aus mehr als 350 Kirchen, kirchlichen Gemeinschaften und Kommunitäten haben heute am Leben und an der Spiritualität der Fokolar-Bewegung Anteil. 1965 entstand in Ottmaring bei Augsburg das Ökumenische Lebenszentrum von Angehörigen der Bruderschaft vom gemeinsamen Leben und der Fokolar-Bewegung. Es möchte Zeugnis geben von einem geschwisterlichen Zusammenleben katholischer und evangelischer Christen.

Die Fokolar-Bewegung entwickelt und fördert eigene Plattformen des Dialogs u.a. im Bereich der Politik, der Wirtschaft, der Kunst, der Pädagogik und der Medien. Weltweit unterhält sie 63 Schulungszentren und 35 kleine Modellsiedlungen. Ende 2007 hat sie eine Universität gegründet, die sich im Aufbau befindet und seit Oktober 2008 einen Masterstudiengang in „Grundlagen und Perspektiven einer Kultur der Einheit“ in Loppiano (Florenz) anbietet.

Die Fokolar-Bewegung unterhält internationale Initiativen, die von der EU gefördert werden wie z. B. „Stark ohne Gewalt“ (Präventionsprojekt gegen Gewalt an Schulen) und „Corroborantes“ (eine Lernpartnerschaft im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit in Europa). Mit zwei ihrer Sektionen (New Humanity und AMU = Azione Mondo Unito) arbeitet sie als NGO (Nichtregierungsorganisation) bei der UNO. Außerdem ist sie Mitglied in der WCRP (World Conference of Religions for Peace).

Die Gründerin Chiara Lubich wurde durch vielfältige Auszeichnungen gewürdigt: Sie erhielt u.a. 1977 den „Templeton Preis für den Fortschritt der Religionen“, 1988 den Preis zum Augsburger Friedensfest, 1996 den UNESCO Preis für Friedenserziehung und 2000 das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Sie wurde zur Ehrenbürgerin der Städte Rom, Florenz, Palermo, Buenos Aires u.a. ernannt und bekam zahlreiche Ehrendoktorwürden angetragen. Sie starb imMärz 2008 in Rocca di Papa bei Rom.In Zahlen: Die Fokolar-Bewegung umfasst weltweit über 2 Millionen Freunde, von denen sich 141.000 verbindlich in festen Gruppen engagieren in Deutschland sind es 37.000 Freunde, von denen knapp 5.000 zum Mitarbeiterkreis zählen.